„Psycho“ (1960) Alfred Hitchcocks „Psycho“ revolutionierte das Kino – und das nicht nur mit der berühmten Duschszene. Indem er Hauptdarstellerin Janet Leigh nach einem Drittel des Films ermorden ließ, brach er sämtliche Konventionen: Niemand war mehr sicher. Doch der wahre Schock kommt später: Norman Bates, der scheinbar schüchterne Motelbesitzer, lebt in einer dissoziativen Identität – er ist „Mutter“, die eifersüchtig jeden weiblichen Kontakt unterbindet. Hitchcock inszenierte mit minimalisten Mitteln: Schwarz-Weiß, begrenztes Budget, aber geniale Kameraführung und Bernard Herrmanns kreischende Streicher. Die Duschszene allein besteht aus über 70 Schnitten in 45 Sekunden – ein Meisterwerk des Rhythmus und der Andeutung. Der Twist enthüllt kein übernatürliches Böse, sondern menschliche Psychose – was umso realer wirkt. „Psycho“ erfand den modernen Slasher nicht, aber er ebnete ihm den Weg. Vor allem aber zeigte er: Der größte Horror lauert nicht in dunklen Gassen, sondern hinter netten Gesichtern – und in unseren eigenen Köpfen.
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