„Saw“ (2004) Der Twist des Horror-Originalls ist brutal simpel – und deshalb so effektiv: Der scheinbar hilflose Mann in der Mitte des Raumes, der mit dem Detektiv spricht, ist nicht Opfer – er ist Jigsaw, der Serienmörder. Während der Detektiv gegen die Uhr kämpft, um seinen Sohn zu retten, sitzt sein Peiniger direkt vor ihm und beobachtet kalt, wie er sich selbst verstümmelt. Der Clou liegt in der Verdrehung der Machtverhältnisse: Wer glaubt, zu jagen, wird gejagt. Der Film täuscht durch Perspektive – wir teilen die Verzweiflung des Detektivs, ohne zu ahnen, dass sein Gegenüber der Architekt des Grauens ist. Der Twist markierte den Beginn einer ganzen Franchise, doch keiner war so pur und schockierend wie dieser erste. Er nutzt keine übernatürlichen Elemente, sondern menschliche Psychologie: Jigsaw sieht sich nicht als Mörder, sondern als Lehrer – und der Detektiv muss „lernen“, seinen Körper zu opfern, um zu überleben. Am Ende stirbt er – und Jigsaw hinkt davon, um weiter zu „heilen“. Ein Twist, der nicht nur überrascht, sondern das Publikum zwingt, das Böse neu zu definieren.
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