„The Sixth Sense“ (1999) Der berühmteste Twist der Neuzeit enthüllt am Ende, dass Dr. Malcolm Crowe, gespielt von Bruce Willis, bereits seit dem Anfang des Films tot ist – ermordet in der ersten Szene. Alles, was danach folgt, ist seine posthume Reise, um den kleinen Cole zu helfen, Geister zu verstehen – und letztlich sich selbst loszulassen. Was den Twist so genial macht, ist seine perfekte Vorbereitung: Crowe interagiert nie direkt mit lebenden Erwachsenen außer Cole; Türen öffnen sich „von allein“, niemand spricht mit ihm. Doch erst beim zweiten Ansehen erkennt man die subtilen Hinweise überall. Regisseur M. Night Shyamalan drehte jede Szene so, dass sie sowohl aus der Perspektive eines Lebenden als auch eines Toten Sinn ergibt. Der Schock sitzt tief, weil er nicht nur die Handlung, sondern auch die emotionale Beziehung zwischen Arzt und Kind neu interpretiert: Crowes Engagement war nie therapeutisch, sondern spirituell. Dieser Twist definierte eine ganze Ära des Kinos und bleibt bis heute das Goldmaß für narrative Überraschungen – nicht wegen seiner Brutalität, sondern wegen seiner poetischen Traurigkeit.
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