„Gone Girl“ (2014) David Finchers Psychothriller enthält einen kalt berechneten Twist: Amy Dunne (Rosamund Pike) inszeniert ihren eigenen Mord, um ihren untreuen Ehemann Nick zu bestrafen – und kehrt dann als „Opfer“ zurück, nachdem sie einen Liebhaber getötet hat. Doch statt Rache endet sie in einer perfiden Symbiose: Sie erpresst Nick mit einer Schwangerschaft, die er nicht wollte, und zwingt ihn, bei ihr zu bleiben. Der Twist liegt nicht nur in der Falschheit ihrer Opferrolle, sondern in der Erkenntnis, dass sie niemals bestraft wird – im Gegenteil, sie gewinnt. Der Film entlarvt die Inszenierung von Weiblichkeit, Medienhysterie und Ehe als Kampfzone. Auffällig ist, wie Amy jedes Klischee nutzt – die „coole Ehefrau“, das „unschuldige Opfer“ –, um die Welt zu manipulieren. Der wahre Schock ist nicht der Mord, sondern die Straffreiheit. Und Nicks letzte Zeile – „Ich werde sie lieben, bis ich sterbe“ – ist kein Versprechen, sondern eine Kapitulation. Ein Twist, der nicht nur überrascht, sondern zynisch lacht.
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