„Psycho“ (1960) Alfred Hitchcocks Meisterwerk revolutionierte das Kino mit einem Twist, der damals ungeheuerlich war: Die vermeintliche Hauptfigur, Marion Crane (Janet Leigh), wird nach einem Drittel des Films brutal im Dusch ermordet. Damit bricht Hitchcock sämtliche Erwartungen – und das Publikum bleibt orientierungslos zurück. Doch der wahre Schock kommt später: Norman Bates, der scheinbar schüchterne Motelbesitzer, ist in Wirklichkeit seine eigene, dominante Mutter – eine dissoziative Identitätsstörung, bei der er ihre Persönlichkeit übernimmt und Morde begeht. Die Enthüllung im Keller, wo „Mutter“ als mumifizierter Leichnam sitzt, während Normans innerer Monolog beginnt, ist ikonisch. Hitchcock täuschte sogar die Presse: Janet Leigh wurde als Star beworben, obwohl sie früh stirbt. Dieser Twist zerstörte die Vorstellung, dass Protagonisten sicher seien – und machte psychologische Komplexität zum Kern des Thrillers. Bis heute gilt „Psycho“ als Geburtsstunde des modernen Horrors.
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