„Shutter Island“ (2010) Martin Scorseses psychologischer Thriller kulminiert in einem Twist, der die gesamte Wahrnehmung des Zuschauers auf den Kopf stellt: US-Marshal Teddy Daniels ist in Wirklichkeit Andrew Laeddis, ein Patient der psychiatrischen Anstalt Shutter Island, der nach dem Tod seiner Frau (die ihre Kinder ertränkte) in eine Wahnvorstellung flüchtete. Die gesamte Ermittlung war Teil einer Therapie, um ihn zur Realität zurückzuführen. Der berühmte letzte Satz – „Wäre es nicht besser, als Monster zu sterben, als als Narr zu leben?“ – offenbart seine bewusste Entscheidung, lieber operiert zu werden, als weiterhin in der Illusion zu leiden. Der Film spielt meisterhaft mit Erinnerung, Schuld und Identität. Jeder „Hinweis“ auf eine Verschwörung entpuppt sich im Rückblick als Symptom seiner Psychose. Scorsese führt uns durch Teddys Augen – und lässt uns erst am Ende erkennen, dass wir die ganze Zeit in einem gebrochenen Geist waren. Der Twist ist tragisch, nicht sensationell: Er zeigt, dass manchmal die grausamste Wahrheit die eigene ist.
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