„Cape Fear“ (1991)

Die zehn erfolgreichsten Remakes in der Filmgeschichte der Welt

„Cape Fear“ (1991) Martin Scorseses Neuauflage des Films von 1962 (selbst basierend auf einem Roman) ist ein düsteres Psychodrama über Rache, Gerechtigkeit und väterliche Schuld. Robert De Niro als Max Cady – ein entlassener Sträfling, der seinen ehemaligen Anwalt Sam Bowden (Nick Nolans) heimsucht – verkörpert pure, biblische Wut. Wo das Original Max als einfachen Kriminellen zeigte, macht Scorsese ihn zu einem autodidaktischen, fast dämonischen Rächer, der das Gesetz zitiert, während er es bricht. Die Inszenierung ist expressionistisch: verzerrte Winkel, bedrohliche Musik (Bernard Herrmanns Score wurde neu arrangiert), erotische Spannung. Besonders verstörend ist Cadys Obsession mit Bowdens Tochter – ein Tabubruch, der das Original nie wagte. Scorsese nutzt religiöse Symbolik und sexuelle Andeutungen, um Angst auf existenzieller Ebene zu erzeugen. Das Remake ist brutaler, komplexer und psychologisch dichter als das Original – und doch nie sensationslüstern. Es stellt die Frage: Ist Cady das Monster – oder ist es Bowden, der einst seine Pflicht verraten hat? Mit diesem Remake bewies Scorsese, dass Genre-Kino auch moralische Tiefe haben kann.

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