Erwerbstätigkeit-basierte Aufteilung In dual-berufstätigen Haushalten weltweit orientiert sich die Verteilung der Hausarbeit oft primär an den Arbeitszeiten und dem Einkommen der Partner. Wer weniger arbeitet oder flexiblere Zeiten hat – häufig die Frau – übernimmt den größeren Teil der Hausarbeit, unabhängig von ideologischen Vorstellungen zur Gleichstellung. Dieses pragmatische Modell ist besonders in Städten verbreitet, wo beide Partner beruflich engagiert sind, aber unterschiedliche Belastungen haben. Ein Arzt im Schichtdienst etwa kocht selten, während der Partner im Homeoffice einkauft und putzt. Obwohl diese Regelung effizient erscheint, reproduziert sie oft verdeckte Ungleichheiten: Niedriglohnjobs (häufig weiblich besetzt) gelten als „weniger wichtig“, sodass deren Inhaberinnen automatisch mehr unbezahlte Arbeit leisten. Zudem wird Sorgearbeit ökonomisch entwertet. Dennoch vermeidet dieses Modell Konflikte durch klare, leistungsorientierte Regeln. Es funktioniert gut, solange Kommunikation offen bleibt und Rollen bei Karriereveränderungen angepasst werden. Es ist ein realistischer Kompromiss zwischen Ideal und Alltag – effizient, aber nicht immer gerecht.
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