Delfin (Tursiops spp.) Delfine, besonders die Großen Tümmler, zeigen erstaunliche Formen kooperativer Jagd, die regional variieren und kulturell tradiert werden. In Florida bilden sie „Mud Rings“: Ein Delfin wirbelt Schlamm auf, um einen undurchsichtigen Ring zu erzeugen, der Fische panisch nach oben treibt – dort werden sie von wartenden Artgenossen gefangen. In Australien „beachen“ sie sich kurz, um Fische am Ufer zu schnappen, während andere die Herde eindämmen. In Brasilien arbeiten Delfine sogar mit Menschen zusammen: Sie treiben Fischschwärme ans Ufer und signalisieren Fischern durch Kopfnicken, wann diese netzen sollen – danach fressen sie die entkommenen Fische. Diese interartliche Kooperation ist extrem selten. Innerhalb ihrer Gruppen kommunizieren Delfine durch individuelle Pfeiflaute („Namen“) und koordinieren Bewegungen mit millimetergenauer Präzision. Ihre Jagd erfordert Gedächtnis, Empathie und Rollenbewusstsein. Jungtiere lernen Techniken über Jahre durch Imitation. So wird die kooperative Jagd nicht nur zur Nahrungsquelle, sondern zum sozialen Kitt – ein Ausdruck von Intelligenz, Kultur und Vertrauen im Meer.
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