Weißspitzen-Riffhai (Triaenodon obesus) Obwohl Haie oft als einsame Jäger gelten, zeigt der Weißspitzen-Riffhai bemerkenswerte kooperative Jagdfähigkeiten – besonders nachts. In Gruppen von bis zu acht Tieren durchkämmen sie Korallenriffe systematisch, wobei sie enge Spalten und Höhlen gemeinsam abriegeln. Während einige Haie am Eingang einer Höhle warten, treiben andere Fische aus Nebenhöhlen heraus – eine koordinierte Treibjagd unter Wasser. Sie nutzen ihre Körper, um Fluchtrouten zu blockieren, und greifen synchron an, sobald die Beute panisch wird. Interessanterweise respektieren sie eine Art „Warteschlange“: Wer zuerst beißt, frisst zuerst; andere warten geduldig. Diese Disziplin vermeidet Verletzungen und fördert langfristige Zusammenarbeit. Studien zeigen, dass dieselben Individuen über Monate hinweg immer wieder gemeinsam jagen – ein Hinweis auf soziale Bindungen. Ihre Kooperation ist still, aber effizient: Keine Rufe, keine Gesten – nur präzises räumliches Verständnis und gegenseitiges Vertrauen. Im komplexen Labyrinth des Riffs wird der Weißspitzenhai so zum stillen Teamplayer, dessen kollektive Jagdstrategie selbst bei schlechter Sicht tödlich wirkt.
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