Return of the Obra Dinn Return of the Obra Dinn kombiniert Detektivarbeit, Deduktion und visuelle Erzählung zu einem völlig neuen Puzzletyp. Als Versicherungsinspektor untersucht man 1807 das Geisterschiff Obra Dinn, dessen Crew spurlos verschwunden ist. Mit einer magischen Uhr kann man den Todesmoment jedes Besatzungsmitglieds rekonstruieren – und muss dann anhand von Kleidung, Akzenten, Positionen und Dialogfetzen herausfinden, wer wann starb und wie. Das Spiel liefert keine Hinweise; stattdessen verlangt es systematisches Notieren, Vergleichen und Schlussfolgern. Die monochrome „1-bit“-Ästhetik im Stil alter Macintosh-Grafik unterstreicht die historische Atmosphäre. Jede korrekte Identifizierung bestätigt sich erst nach drei zusammenhängenden Fällen – was Spannung und Zweifel erzeugt. Lucas Pope (bekannt von Papers, Please) schuf hier kein Rätsel, sondern ein deduktives Ökosystem. Return of the Obra Dinn ist ein Meisterwerk der narrativen Puzzle-Designs, bei dem das wahre Rätsel nicht im Spiel, sondern im Kopf des Spielers stattfindet – und genau das macht es so bahnbrechend.
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