Outsourcing-basierte Aufteilung In wohlhabenden Haushalten – etwa in den Golfstaaten, Singapur oder Kalifornien – wird ein Großteil der Hausarbeit an bezahlte Kräfte delegiert: Putzpersonal, Köche, Kindermädchen, Gärtner. Das Paar teilt dann nur noch koordinierende oder repräsentative Aufgaben: Planung, Zahlung, Qualitätskontrolle. Diese Aufteilung entlastet enorm und ermöglicht beruflichen Ehrgeiz beider Partner. Doch sie basiert auf globaler Ungleichheit: Oft sind die Helferinnen migrantische Frauen aus ärmeren Ländern, die selbst ihre Familien vernachlässigen müssen. Innerhalb des Hauses entsteht eine neue Hierarchie – unsichtbar, aber real. Gleichzeitig verlieren Paare praktische Lebenskompetenzen und emotionale Nähe zum Alltag. Dennoch ist dieses Modell in Elitekreisen dominant und wird als Zeichen von Status gesehen. Es wirft ethische Fragen auf, bleibt aber aufgrund wirtschaftlicher Disparitäten global verbreitet. Es ist die kapitalistische Antwort auf die Vereinbarkeitskrise – effizient, aber sozial ambivalent.
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